Weida Baskets
Weida U20 vs. Weimar 32:102
28.11.10 Jugend U20m
Die U20 der Weida Baskets sieht gegen Ligafavorit SG Weimar kein Land und verliert 23:102
Dass in Weimar nicht viel zu holen ist, war von Vornherein klar, aber sich so teuer wie möglich zu verkaufen, setzte man sich als Ziel. Am Sonntag ging es mit acht Mann nach Weimar. Man kannte den Gegner bereits aus dem Vorbereitungsspiel. Schon damals sah man die Stärke der Weimarer Mannschaft und musste sich mit 33:66 geschlagen geben. Obwohl Weimar ebenfalls ein sehr junges Team ist, sind sie größenmäßig im Vorteil. Auch spielerisch gehören sie zur Spitze der Liga. Die Weimarer Sporthalle lässt diese Professionalität vermissen. Sie erinnert doch stark an eine Vorkriegskaserne. Das Erwärmen in der unterkühlten Halle dauerte seine Zeit.
Im erste Viertel wurde man durch eine Ganzfeld-Verteidigung überrascht. Der Gegner machte ordentlich Druck und konnte einige Ballgewinne erzielen, bevor man überhaupt die Halbfeldlinie überquerte. Das altertümliche Parkett erschwerte kontrolliertes Dribbling und unterstütze die Spielart der Gegner. Die Weimarer konnten viele Einwürfe abfangen und in einen schnellen Gegenangriff übergehen. Es folgte eine frühe Auszeit von Weida und man stellte die Strategie um. Nun gelang es in die gegnerische Hälfte vorzudringen. Man verpasste es jedoch, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und einen kontrollierten Angriff zu spielen. Felix Köber zog energisch gegen die großen Verteidiger und erzielte einen Korb mit Foul. Durch den verwandelten Freiwurf konnte er die ersten 3 Punkte für Weida verbuchen. Diese motivierende Aktion hätte einen Umbruch erzwingen können. Sie blieb jedoch ein Einzelfall, weil Hektik und Respekt vor dem Gegner das Spiel bestimmten. In der Verteidigung hatte man Probleme den Zug von außen zu stoppen und musste oft zusehen, wie die Center der Weimarer durch einen Pass gut in Szene gesetzt wurden. Die körperliche Überlegenheit der Hausherren machte sich unter den Körben bemerkbar. Das Ausboxen führte nicht zum gewünschten Erfolg. Im gesamten Spiel wurden gerademal 17 Rebounds geholt und der Gegner kam oft zu leichten Punkten. Das erste Viertel endete mit 7:27 aus Sicht von Weida. Das Spiel aufzugeben kam für niemanden in Frage.
Nun konnte man etwas Kapital aus der Press-Verteidigung der Heimmannschaft schlagen und einige Fastbreaks laufen. Leider traute sich keiner der Spieler Verantwortung zu übernehmen und den Ball bis zum Korb zu bringen. Unnötige Pässe und halbherzige Drives vermasselten die Chance zurück ins Spiel zu finden. Zur Halbzeit stand es 49:14 für die Hausherren, die weiterhin souverän punkteten.
Das dritte Viertel änderte an der Gesamtsituation nichts. Christopher Gas konnte ein spektakuläres Alley-Oop-Anspiel verwerten, aber bis auf den künftigen YouTube-Beitrag hatte man in diesem Viertel nicht viel erreicht. Der Kampfgeist in der Verteidigung lies nicht nach, aber der Mut eine Aktion im Angriff zu starten fehlte. Gerade einmal drei Punkte konnte man in diesen 10 Minuten Spielzeit erreichen. Die Gegner hingegen spielten sich in einen Rausch. Als der erste Dunk des Weimarer 2m-Hünen im Korb schepperte, wurde von den Hausherren der Mut gefasst, der den Weidaern fehlte. Der Center lies es noch zwei weitere Male krachen und zog somit seine Mannschaft mit. Die Weimarer bauten ihren Vorsprung weiter aus und führten nach diesem Viertel mit 80:17.
Im vierten Viertel wurde noch einmal durchgewechselt, um allen Spielern etwas Spielzeit zu geben. Am Ende stand eine 102:23-Niederlage zu Buche. Solch schwaches Ergebnis wollte man verhindern, man stand sich jedoch an diesem Sonntag zu oft selbst im Wege.
Fazit: Der Kampfgeist der Weidaer ist bemerkenswert, gaben sie sich doch nie auf. Jedoch hätte in der Offensive mehr Druck machen müssen. Die schwache Wurfquote von 31% aus dem Feld ist der Angst vor dem Gegner geschuldet. Jakob Meinhardt ist mit 12 Punkten Topscorer des Teams, blieb aber weit unter seinen Möglichkeiten. Einzig Simon Martz lies sich von den Gegnern nicht einschüchtern und stellte sich mutig in den Weg. Somit konnte er drei Ballgewinne forcieren, indem er den Gegnern Offensivfouls anheftete. Auch sein jüngerer Bruder Adrian setzte die Anweisung des Trainers um, leichte Punkte zu verhindern. Dabei merkte er wie hart es ist, dem Gegner den Weg zum Korb zu versperren. Individuell konnte man mit den Weimarern nicht mithalten, aber mit dem richtigen Einsatz hätte man den Größenvorteil ausgleichen können, um die 80-Punkte-Klatsche abzuwenden. Dieses Spiel zeigte, dass man im Sport eine Menge Motivation und Selbstbewusstsein braucht, um gute Leistung abzurufen. Spiele gewinnt man, wenn jeder Spieler Verantwortung übernimmt und seine Aufgabe erfüllt. Vor allem Felix Köber und Jacob Meinhardt haben in diesem Spiel enttäuscht. Sie konnten dem Gegner im Angriff nicht viel entgegensetzen und somit blieb es bei 23 erzielten Punkten. In den nächsten Trainingseinheiten muss an der mentalen Stärke der Baskets gearbeitet werden, damit man die gewohnten Leistungen im Spiel umsetzen kann.
| Name | FGM-A | % | 3PM-A | % | FTM-A | % | OR | DR | TR | AST | PF | ST | BL | TO | GF | PTS |
| Adrian Martz | 1 | 1 | 1 | |||||||||||||
| Simon Martz | 0~1 | 0 | 2 | 2 | 4 | 5 | 1 | 3 | ||||||||
| Max Heller | 1~4 | 25 | 0~1 | 0 | 3 | 3 | 1 | 1 | 1 | 1 | 2 | |||||
| Christian Groß | 0~1 | 0 | 1 | 2 | 3 | 2 | ||||||||||
| Jacob Meinhardt | 4~14 | 28,6 | 4~8 | 50 | 2 | 1 | 3 | 1 | 3 | 2 | 4 | 12 | ||||
| Johannes Köhler | 0~1 | 0 | 0~2 | 0 | 1 | 1 | ||||||||||
| Felix Köber | 2~3 | 66,7 | 0~1 | 0 | 3 | 3 | 2 | 4 | ||||||||
| Christopher Gas | 2~5 | 40 | 0~2 | 0 | 1~1 | 100 | 3 | 1 | 2 | 1 | 5 | |||||
| Team | 9~29 | 31 | 0~3 | 0 | 5~12 | 41,7 | 5 | 12 | 17 | 1 | 16 | 5 | 8 | 7 | 23 |
Legende:
FGM-A - Feldwürfe erzielt-genommen
3PM-A - Dreier erzielt-genommen
FTM-A - Freiwürfe erzielt-genommen
OR - Offensive Rebounds (Abpraller)
DR - Defensive Rebounds
TR - Rebounds gesamt
AS - Assists (Pässe, die direkt zum Korberfolg führen)
PF - Eigene Fouls
ST - Steals (Ballgewinne)
BL - Blocks
TO - Turnover (Ballverlust)
GF - gezogene Fouls
PTS - Punkte
- Jan 09 2011 12:01 AMMean Machine: \"Das Spiel aufzugeben kam für niemanden in Frage.\" Hat man bemerkt. Gut gekämpft!